Und dann wieder das Unumgängliche: Die neuen gültigen Preise und Konditionen

Mein Fensterputzer ist inzwischen teurer als ich. Und falls mir jetzt jemand rät, meine Fenster selber zu putzen – leider fehlt mir da jegliche Kompetenz.

Also habe ich mich entschieden, stattdessen die Preise für die einzige Kompetenz, die ich habe (stimmt nicht ganz. Ich finde, ich mache mich für den Anfang nicht schlecht als Kaninchen-Zimmer-Service), soweit anzugleichen, dass ich mir saubere Fenster und Bio-Koriander für meine Privatosterhasen weiterhin leisten kann.

Alle Preise sind verbindlich und werden in zwei Raten berechnet: Eine bei Buchung, eine bei Abgabe. Für eine Vorauszahlung der Gesamtsumme bei Buchung berechne ich Ihnen gerne 5 Prozent Skonto – eine Hand wäscht die andere. Termine reserviere ich grundsätzlich nur bei Zahlung der ersten Rate und fange vorher auch nicht mit der Arbeit an. Gebranntes Kind usw. – und das war’s dann auch für heute mit meinen Spruchweisheiten.

Und mit meinem Gerede um lauwarmen Brei – kommen wir zum Crunch:

Für ein Ghostwriting berechne ich bei gewöhnlichem Schwierigkeitsgrad € 25 pro Normseite. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Recherche und Vorbereitung. Die Anzahl der Normseiten wird vorab zwischen Ihnen und mir besprochen. Überschreite ich sie, ist das mein Pech, nicht Ihres.

Für Übersetzungen aus dem Englischen oder Italienischen berechne ich € 20 pro Normseite – wiederum bei gewöhnlichem Schwierigkeitsgrad. Ausschlaggebende Preisgrundlage ist das deutsche Ergebnis, nicht das Original.

Für ein Coaching – die individuelle Betreuung bei der Entstehung eines Romans – berechne ich € 50 pro Stunde. Da es sich anders weder für Sie noch für mich lohnen würde, kann ich Buchungen erst ab einem Mindestumfang von zehn Stunden akzeptieren. Beim Coaching berechne ich den Gesamtpreis der Buchung im Voraus.

Für ein Lektorat in zwei Durchgängen berechne ich € 5,50 pro Normseite (auch hier – bei gewöhnlichem Schwierigkeitsgrad. Über anderes können wir gegebenenfalls reden). Möchten Sie ein Korrektorat eingeschlossen haben, beträgt der Preis € 6,50. Aufträge für Korrektorat alleine nehme ich nicht an.

Exposés, Werbetexte und Gutachten erstelle ich – gegen Bezahlung – nur für meine eigenen Kunden. Ebenfalls nur für meine eigenen Kunden führe ich – ohne Bezahlung – eine Beratung zur Vermarktung durch, und auch Manuskripte lese ich nur von Kunden. Das heisst aber nicht, dass ich mich weigere, einem Kollegen einen kostenfreien Rat zu geben, wenn ich einen habe. Ich werde niemandem ein Coaching aufschwatzen, der gar keines nötig hat, und mich auch nicht für das Lektorat eines Textes bezahlen lassen,  der verlagsreif ist und somit hoffentlich ohne Kosten für den Autor lektoriert wird. Scheuen Sie sich also bitte nicht, zu fragen. In dem Dschungel, in dem wir arbeiten, sind wir alle besser dran, wenn uns ab und an mal jemand eine Lampe hochhält. Meine Mailadresse ist charlie@charlotte-lyne.com.

Ich freue mich auf Ihre Geschichten und bin voller Neugier – nach bald dreissig Jahren immer noch. Jede einzelne, jede von einem Autor erdachte Welt, verdient einen Partner, der für  ihre speziellen Eigenheiten so kompetent ist wie mein Fensterputzer für verschmiertes Glas. Wenn ich derjenige nicht sein kann, wenn wir nicht zusammenpassen oder ich Ihnen halbwegs zeitnah keinen Termin anbieten kann, empfehle ich Ihnen jederzeit gern einen Kollegen.

Oder eine Kollegin, versteht sich.

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One and only

Die Werbung macht heute Pause.

Stattdessen erlaube ich mir, diesen Hinweis einzuwerfen, da mich gestern schon jemand gefragt hat, warum ich die gesamte Existenz meines Romans Ararat – “Und sie werden nicht vergessen sein” – minutiös dokumentiere, dabei aber tunlichst verschweige, dass er einen Vorgänger hat.

Das tut mir leid.

Es sieht aus, als wäre der Vorgänger mir peinlich, und das ist er nicht. Ganz und gar nicht. Er ist eine Sie, heisst Hatti – “Die Stadt der schweigenden Berge” – und war mir unter meinen Büchern das liebste, bis Ararat kam. Hätt’ ich die Hatti nicht gehabt, hätte ich auch keinen Ararat.

Trotzdem ist das eben passiert. Der kleine ist über die grosse hinausgewachsen. Nicht nur, was die Länge angeht (Ararat hat knapp 200 Seiten mehr). Bei der Hatti habe ich irgendwann – erstaunlich spät! – bemerkt, dass ich jetzt mein Thema am Wickel hatte (wie man einen Roman planen kann, ohne das zu merken, ist ein spannendes Thema, das ich hier gern einmal diskutieren möchte). Bei Ararat wusste ich von Anfang an: Das ist meins. No or never.

Im Ergebnis ist Ararat ein sehr anderes Buch geworden – und jetzt habe ich Angst, dass die beiden sich gegenseitig nicht Dampf machen, sondern sich die Leser verschrecken. Dass mir noch nie ein Buch so wichtig war, geht aus diesem Blog wohl mehr als deutlich hervor (dumdidum). Deshalb wünsche ich ihm jeden einzelnen Leser, jede einzelne Rezension, die wir bekommen können, buhle um jeden von euch, säusele, zirze

und versichere in diesem Sinne: Ararat ist ein Einzelroman, auch wenn es ein Buch gibt, das von Ereignissen im Leben von zwei seiner Figuren erzählt. Er kann völlig unabhängig gelesen werden – und spricht hoffentlich besonders die Leser meiner Charlotte-Roth-Romane an.

Über Blogger, die bereit wären, ihn zu rezensieren, freuen wir uns weiterhin und bitten um Nachricht (charlie@charlotte-lyne.com), damit ich mich um ein Rezensionsexemplar bemühen kann.

Einen schönen Tag wünschen Charlie, Ararat und Hatti – Geschwister, keine Zwillinge

Araratundhatti

Metamorphosen

Mein Traum

ist  jetzt

ein Buch.

Schau mal, Ararat …

Araratmetamorphosen

Der ganz links, das warst du im Embryonalstadium. Die Kladde habe ich im Dezember 2013 sofort nach Landung gekauft (nicht etwa in London, sondern bei Karstadt Berlin),  nachdem du mir während des Fluges in meinen Kopf geplatzt warst. Darin hab ich alles gesammelt, was mir begegnet ist und ein Teil von dir werden wollte. Da ich damals die ganze Welt durch eine von dir geformte Brille betrachtete, wollte irgendwie auch die ganze Welt ein Teil von dir werden.

Der zweite von links wurdest du, als die Kladde mit den Notizen aus allen Nähten platzte. Das war, als wir im Vorderasiatischen Museum Berlin, unseren ersten Termin hatten. Gleich nach den Gesprächen habe ich dir dort im Shop die Kladde gekauft und angefangen, dein Konzept einzufüllen.

Der zweite von rechts, der mit dem Rosetta-Stone-Design aus meinem, deinem, unserem British Museum, der lag schon hier und wartete auf dich. Darin ist deine allererste Version entstanden, die ich “Bleistift-Version” nenne, obwohl ich sie bei dir als einzigem meiner Romane mit einem Tintenstift geschrieben habe. Erst als ich vor lauter Durchgestreiche diese Version kaum noch entziffern konnte, habe ich angefangen, dich in meinen Computer zu tippen.

Und der ganz rechts, Ararat – ob ich’s glaub oder nicht – der bist du jetzt. Meine schönste verrückteste Idee, mein Traum, mein Hast-du-nicht-Stress-genug? tut so, als wäre es das Normalste auf der Welt, ein Buch zu sein.

Danke, Ararat. In deine vier Papierohren von links nach rechts flüstere ich dir nichts als die Wahrheit: Für mich bist du das schönste Buch auf der Welt.

Nur der in der Mitte, den Corinna uns geschenkt hat, der warst du nie, my love, und der wirst du auch nie sein.

Das ist Smyrna.

 

 

 

 

The Way to Handle a Novel. Part Two

Gerade habe ich zum ersten Mal gedacht: “Ararat war …”

Gefolgt von: “Smyrna ist ..”

Ich habe mir das ganz fürchterlich gewünscht, dass es das geben könnte – Leben nach Ararat.

Ich habe davor ganz fürchterliche Angst gehabt, dass es das geben muss – Leben nach Ararat. Entdecken, dass das nicht einmalig ist: Verliebtes Grinsen über mit eigenem Bleistift hingeschmierten Worten. Dass ich nicht mal einem Roman die Treue halten kann.

Aber darüber auch nur nachzudenken, war natürlich Unsinn. Ich kann das beides zugleich, Ararat: Dir treu sein und dich mit Smyrna betrügen.

Ich kann das beides zugleich oder gar nicht: Dich betrügen und dir treu sein, weil ich daran festhalte: Du bist meine Limbo-Linie, Ararat. Nach dir nur auf deinem Weg weiter oder nichts.

Als ich vierzehn war, habe ich mich in Henry Millers “Wendekreis des Krebses” verliebt, weil darin stand: “Ich ficke dich, Tania, dass du gefickt bleibst (…) Nach mir kannst du Hengste nehmen, Bullen, Widder, Drachen oder Bernhardinerhunde.” Dass ich (50) darauf immer noch abfahre, macht mich auf alle Zeit nicht salonfähig. Und darauf fahr ich auch ab.

Du hast mich gefickt, Ararat, dass ich gefickt bleibe. Nach dir nehme ich Hengste, Bullen, Widder, Drachen, Bernhardinerhunde. Nach dir geht nichts Weichgekochtes mehr. Nach dir nehme ich Smyrna.

Damals, als ich dich hatte, hatte ich solche Angst: Wir haben kein Geld. Wir schaffen das nicht. Was soll denn aus uns werden?

Ich glaub, ich hab heute noch mehr Angst. Und noch weniger Geld. Wir schaffen das nicht. Was soll denn aus uns werden?

Ich muss die Angst aushalten. Ich habe gar keine Wahl. Love you Ararat. Nach dir nehme ich Hengste, Bullen, Widder, Drachen, Bernhardinerhunde. Love you, Smyrna.Smyrna burning

 

 

 

 

Smyrna

Vierter Advent. Unser Weihnachtsbesuch trifft ein, und mein Schreibtisch läuft über. Was das Schreiben betrifft, kann ich das schöne Jahr nicht zufrieden abschliessen, sondern stehe am Ende mit einer Enttäuschung da, die mich kränkt, entmutigt und traurig macht. Todmüde bin ich auch. Mein Magen tut weh, und die Weltlage würgt. Dass ich mit trotzigem Stampfen und glasigen Augen beharre, ich würde einen Roman schreiben, der in Baghdad spielt, auch wenn kein Verlag den von mir haben will, ist zudem eher albern. Let’s face it: Nach Baghdad werde ich auch in 2016 nicht reisen können (und hätte es doch schon in 2014 tun wollen …), jedenfalls nicht ohne meine Familie in eine Angst zu versetzen, die über das, was wir als zumutbar vereinbart haben, hinausgeht, und solange ich nicht nach Baghdad fahren kann, kann ich auch keinen Roman schreiben, der in Baghdad spielt.

Das ändert nichts daran, dass ich mir kein kleines Geschichtchen, das mich nicht kratzt und dann über vierhundert Seiten Minimum geschleppt werden muss, mehr antun möchte, wenn in mir tobt und brennt und wütet, dass ich einen Roman für Baghdad schreiben will. Schreiben muss.

Das ändert nichts an meiner zur Zeit sehr zornigen Solidarität mit allen Kollegen, die so dasitzen wie ich: Mit einem Thema, mit einer Geschichte, die sie packt und hält und schüttelt – und mit einem Verlag (oder auch mehreren), der Ihnen antwortet: “Irak? Ach nö, das muss doch nicht sein. Wir wollen von Ihnen bloss Norwegen. Ist doch auch nett, oder? Nicht so heiss …”

Ich beschliesse: Die Leute, die für eine Geschichte von mir Geld ausgeben, haben die beste Geschichte verdient, die ich schreiben kann. Und ich, der mit der Geschichte tausend Lebensstunden Minimum verbringt, ohne dass die sich auch nur ansatzweise rechnen, habe verdient, dass diese Geschichte zu mir gehört. Ich habe Ararat geschrieben, ich habe das ganz grosse Glück erlebt, das eigene Buch durch und durch zu mögen. Ich will keine Geschichte mehr aus Fingern saugen. Ich will eine, die mir im Blut sitzt. Ich will keine mehr, die ich mit Ach und Krach schreiben kann, wenn ich unbedingt muss. Ich will eine, die ich unbedingt schreiben muss, auch wenn ich auf Ach und auf Krach nicht kann.

Das war Freitag. Zu Bett gegangen bin ich mit schweren Gliedern, schwerem Kopf und bei all der Schwere nicht der Spur eines Plans. Ratlos, mutlos, kraftlos. Schlaffherzig.

Aufgewacht bin ich mit rasendem Herzen und mitten in der Nacht. Habe drei Stunden lang still wie ein Stock auf dem Rücken gelegen und dem zugehört, was in mir ratterte wie der Orient Express. Dann bin ich aufgestanden, ganz leise, um die Geschichte nicht zu stören, ins Arbeitszimmer geschlichen und habe ein unberührtes Notizbuch aus der Kiste genommen. Auf dem – auf dem ganz neuen Notizbuch, das mir Corinna geschenkt hat – steht: “Das Spiel hat begonnen, Watson.”

Ja, Watson (mein Hund heisst so!), hat es. Das grandiose Spiel hat noch einmal für mich begonnen. An Ararats Geburtstag. Genau wie vor zwei Jahren. “Noi che abbiamo un po paura, ma la paura passera.”

Einmal fahr ich nach Baghdad. Dass das möglich ist, dass Baghdad wieder atmen kann, das gebe Gott für das kommende Jahr! Einmal schreib ich meine Geschichte für Baghdad, die in Baghdad spielt. Aber bis dahin schreib ich meine Geschichte für Baghdad, für alle Baghdads, die nicht in Baghdad spielt. Aber auch nicht in Norwegen. Oder irgendwo sonst, wo mein Kopf und der Rest von mir nichts verloren haben. Ich bin zu alt, um noch Zeit zu verschwenden. Und viel zu jung, um vor dem alten Horizont im Kreis zu trotten, wenn dahinter die Welt wartet.

Vierter Adent. Meinen Segen habe ich schon bekommen. Zwei Jahre nach Ararat hab ich wieder einen Roman nicht aus den Fingern, sondern in den Armen. Und die Verlage und meine Sorgen und das Wie und Wann und Womit sind mir all diese rauschhaft schönen Augenblicke lang egal.

It’s a lady this time! Her name is Smyrna!

Habt einen gesegneten vierten Advent, God schütze Mesopotamien, und wer immer gerade in diesen Tagen einen Roman geschenkt bekommen hat, der erlaube mir bitte, ihn zusammen mit meiner Smyrna in der Welt willkommen zu heissen.

 

Fourthofadvent

Lektorat – Roman-Coaching – Ghostwriting

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Wer schreibt, der bleibt?

Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Wir meißeln unsere Geschichten ja nicht länger in Stein, und das Verfallsdatum des modernen Taschenbuchs braucht den Vergleich mit Weichkäse  nicht zu scheuen. Eine Geschichte, die weitererzählt wird, ist dennoch eine Brücke zwischen Zeiten, eine Hand, die hinübergreift. Dank der wachsenden Chancen für Selfpublisher erhalten mehr und mehr Menschen die Möglichkeit, mit den Geschichten, die in ihnen sprudeln, andere zu erreichen. Wer dabei einen Partner braucht, dem biete ich meine Erfahrung und meine Leidenschaft gerne an.

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Innerhalb der letzten zwanzig Jahre habe ich unter meinen Pseudonymen Charlotte Lyne, Charlotte Roth und Carmen Lobato 18 eigene Romane in großen Publikumsverlagen veröffentlicht.

Ich habe mehr als die fünffache Anzahl übersetzt, eine knapp doppelte Anzahl als Ghostwriter verfasst, eine etwa gleich große Anzahl als Coach betreut und eine Zahl, die mein dyskalkulisches Hirn inzwischen überfordert, lektoriert.

Ich bin süchtig nach Geschichten, verliebe mich mit Passion in Romane und freue mich auf Ihren!

Rosetta Stone

Grundsätzlich bearbeite ich als Coach wie als Lektor nie mehr als einen Roman gleichzeitig – schließlich dürfen wir selbst vom treulosesten Liebhaber erwarten, dass er (oder sie) uns eine Nacht lang das Gefühl gibt, der oder die einzige zu sein. Daher sind meine Kapazitäten beschränkt, wofür ich um Verständnis bitte. Lehne ich ein Projekt mit dieser Begründung ab, hat das nie etwas mit der Qualität Ihres Textes zu tun. Sehr gern empfehle ich Ihnen in einem solchen Fall einen versierten Kollegen.

Gleiches gilt, wenn ich mich für Ihren Text nicht kompetent fühle, wie es zum Beispiel bei Texten aus dem Genre Science Fiction der Fall wäre, weil mir Sprachduktus und Erfahrung fehlen. Ich selbst profitiere als Autor von der Zusammenarbeit mit einer Lektorin, die „wie für mich gemacht ist“ – wir sind ein „Dreamteam“, und genau das hat auch Ihr Roman verdient. Unter Ihren und meinen Händen sollte er sich mindestens fühlen wie Gott in Frankreich, denn der richtige Lektor entfesselt in einem Roman alle Kraft und allen Charme, die Sie darin angelegt haben. Wenn ich nicht das Gefühl habe, Ihrem Roman geben zu können, was meine Lektorin meinen eigenen gibt, werde ich Ihnen das offen sagen und auch in diesem Fall auf Wunsch einen Kollegen empfehlen.

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Sagen werde ich Ihnen ebenfalls, wenn ich der Ansicht bin, Sie würden an ein Lektorat Ihr Geld verschwenden, weil der Text nicht zur Publikation geeignet ist. So etwas tut weh, ich kenne das selbst, und vermutlich werden Sie mich hinterher hassen. Das ist Ihr Recht, und mich wird es nicht umbringen, denn wir kennen uns ja nicht. In jedem Fall ist es für uns beide besser, als wenn Sie Ihr Geld und ich meine Zeit in ein Ergebnis investieren, das uns beide nicht glücklich macht.

Ihr Geld und meine Zeit – sprechen wir darüber: Sowohl das eine wie das andere ist vermutlich knapp und kostbar. Davon lassen Sie uns bitte ausgehen – beide investieren wir viel, und beide wollen wir am Ende mehr als nur zufrieden sein.

Wie also läuft’s?

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Schritt Eins: Sie schicken mir Ihre Projekt-Präsentation, ich sagen Ihnen, was ich denke, und Sie sagen mir, ob es das ist, was Sie wollen. Keine leichte Entscheidung – Lektoren und Roman-Coaches gibt es zuhauf, und Ihr Roman sollte den bekommen, der das Beste aus ihm herausholt. Fällen Sie Ihre Entscheidung in Ruhe – Sie schreiben schließlich nicht jede Woche einen Roman. Wenn wir es miteinander wagen wollen, freue ich mich – wenn nicht, gibt es kein böses Blut. Der König ist das Projekt, und ich empfehle auch gern einen bewährten Kollegen, der Ihren Vorstellungen vielleicht eher entspricht.

Schritt Zwei: Wenn Sie mir grünes Licht geben, mache ich Ihnen ein Angebot, berechne also auf der Grundlage Ihres Materials und Ihrer Vorstellungen, was für Kosten auf Sie zukommen, und mit welchem Zeitrahmen Sie rechnen können.

Dabei gelten für mich in aller Regel die folgenden Grundlagen (Alle Preise sind Endpreise, ich berechne keine Umsatzsteuer):

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LEKTORAT:

3,50 Euro pro Normseite (1600 Zeichen) bei normalem Lektoratsaufwand (Dieser Preis schließt das Korrektorat aus, für das ich einen Euro zusätzlich berechne. Aufträge für Korrektorat allein nehme ich derzeit nicht an.)

Sollten erhebliche Nachrecherchen oder andere Arbeiten, die über ein normales Endlektorat hinausgehen, notwendig sein, verhandle ich mit Ihnen vorab einen Preis, mit dem wir beide leben können. Selbstverständlich entsteht die lektorierte Fassung Ihres Textes im Austausch mit Ihnen – und für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.

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COACHING:

35 Euro pro Stunde.

Im steten Austausch mit Ihnen bearbeite ich Ihren Plot, Ihre Entwürfe, Ihre Bearbeitungen auf Wunsch bis zur fertigen Fassung. Ich kann Ihnen bereits bei der Planung Ihres Romans zur Seite stehen, aber auch erst in einer späteren Phase unterstützend hinzutreten. Teil des Coachings sind auf Wunsch eine Beratung zu Vermarktbarkeit und Präsentation, die Erstellung eines Exposés oder eines Gutachtens. Innerhalb des finanziellen Rahmens stehe ich Ihnen und Ihrem Projekt zur Verfügung – per Mail, per Skype, per Landline, über Social Media – ganz wie es Ihnen am angenehmsten ist.  Ich bin in Berlin geboren, nehme kein Blatt vor den Mund, bin aber selbst Autor und weiß, wie verletzlich junge Romane sind. Außerdem verliebe ich mich regelmäßig in sie und entwickle für die meisten der von mir betreuten Projekte ein ausgeprägtes Patentanten-Gefühl. Wenn ich nicht den Eindruck habe, dass Ihr Roman bei mir so gut aufgehoben ist, wie ich meinen eigenen aufgehoben wissen möchte, nehme ich ihn nicht an, denn mit liebloser Routine ist keinem Roman geholfen – jeder von ihnen verdient Einsatz und Passion.

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GHOSTWRITING:

18 Euro  pro Normseite.

Für Recherchen und alle weiteren notwendigen Extraarbeiten berechne ich eine zusätzliche Pauschale, die wir vorab aushandeln. Auch die Erstellung eines Exposés wird auf Wunsch gesondert berechnet.

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Schritt Drei: Ich stelle Ihnen eine Rechnung aus, warte den Eingang der ersten Rate ab, und dann legen wir los.

Für die Prüfung Ihres Materials fallen Ihnen selbstverständlich keine Kosten an. Kostenfreie Probelektorate erstelle ich jedoch nicht. Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass wir gern zusammen arbeiten würden, berechne ich die Hälfte des zu erwartenden Endhonorars vor Arbeitsbeginn. Die zweite Hälfte wird nach Fertigstellung fällig. Allen Kunden, die sich entscheiden, den zu erwartenden Gesamtpreis vorab komplett zu entrichten, räume ich sehr gern einen Discount von 5% ein.

Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich Aufträge im Wert von weniger als 150 Euro nicht annehmen kann, da sich der Aufwand für mich nicht lohnt.

Ansonsten bin ich bereit zu den meisten Schandtaten, und so gut wie alles ist verhandelbar – nicht aber die hier aufgeführten Mindestpreise. Auch wenn ich als Autor nur zu gut weiß, wie schwierig es sein kann, solche Leistungen zu finanzieren, bin ich nicht in der Lage, für einen geringeren Preis zu arbeiten, und kenne auch leider keinen Kollegen, der das tut. Ebenso wenig kenne ich Lektoren, Coaches oder Ghostwriter, die auf Tantiemenbasis arbeiten, kann hier also auch niemanden vermitteln. Ich bitte sehr herzlich darum, mir keine entsprechenden Anfragen zu schicken, da uns das beide in eine unangenehme Situation bringt.

Ich sage nicht gern nein.

Ich möchte ja sagen!

Auf Sie und Ihr Projekt freue ich mich unter

charlie@charlotte-lyne.com

Über diese Website oder

meine Facebook-Page Charlotte Lyne Carmen Lobato Charlotte Roth.

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La lontananza e …

Ist das normal, dass mir jedes Wort, das ich aufschreibe, schlecht vorkommt, nur weil es anders klingt als Ararat? Und ist das auch noch normal, wenn „jedes Wort“ die Einkaufsliste einschließt?

Dass ich mich darüber freue, ist aber wirklich nicht mehr normal, oder? Ich freu mich darüber, dass ein Roman, den wahrhaftig ich geschrieben habe, einen Klang hat, den ich überall da, wo er nicht ist, sofort erkenne und vermisse, wie ein Hund, der nach Hause kommt und in allen Zimmern auf dem Boden schnüffelnd nach einem sucht, der nicht mehr da ist.

Herthawithcherries

Bilanz

Ich habe furchtbar viel Arbeit, die nicht liegengeblieben ist, sondern sich in Stapeln aufgestellt hat, während ich nichts tat, als Ararat zu schreiben. So etwas habe ich nie gemacht: Arbeit liegenlassen, alles liegenlassen, Stöpsel in Hirn und Ohren stecken, nicht mehr hier sein, wo ich hingehöre, und ein anderes Leben führen, in das ich auch gehöre, gehört habe, denn jetzt bin ich wieder hier und in das andere Leben gehöre ich nicht mehr. Der Platz, den ich darin hatte, hat sich geschlossen und ich muss auf meinen eigenen zurück. Das ist so schlecht nicht. Der Platz, der mein eigener ist, hat mich zurückgenommen wie den Schweine fütternden verlorenen Sohn. Zudem darf ich langsam runterkommen, ununterbrochen meine Ararat-Bildchen rumzeigen, mein noch atemloses Ararat-Gesabbel loswerden und meine Ararat-Parties feiern.

Die Erfahrung ist einzig. Die erregendste Reise meines Lebens. Zeitmaschine. Parallelwelt. Ich aus mir heraus.

Ich schau dich mit offenem Mund an, Ararat, und fühl mich anders mit dir. Neu. Und alt. Mehr wie ich. Und mit Stille in mir. Ein Geschrei, das die ganze Zeit im Hintergrund Du-musst-du-musst-du-musst gedröhnt hat, ist nicht mehr da und ich kann anderes hören. Geräusche, die ich noch nicht kenne. Möglichkeiten. Ich muss nicht mehr. Ich kann. Was ich musste, hab ich gemacht. Ich hab meinen Roman geschrieben. Die Schreibsucht, die eingesetzt hat, als ich zehn war – ist weg.

Mit dem Rest vom Leben kann ich machen, was ich will, Ararat. Dich hab ich ja jetzt. Und so sehr ich dich – höchst amüsiert – als „letzten der großen drei“ erlebe, so sehr fühlst du dich anders an als die zwei übrigen:

Nach jedem schönen Mann, den ich in den Armen hatte, hab ich gedacht: Das will ich nochmal.

Nach jedem Kind, das ich geboren habe, hab ich gedacht: Das will ich nochmal.

Nach dir denk ich: Danke. Das war’s.

Und weißt du was, Ararat? Wenn ich jetzt nochmal zehn wäre und auf dem Computerpapier von Onkel Guido mit Bleistift meinen ersten Pferderoman kritzeln würde, und einer würde mich fragen: Pass mal auf, so kommt es, es dauert vierzig Jahre und das ist der, den du am Ende dafür bekommst, willst du’s machen oder ist es dir das nicht wert?, müsste ich vor der Antwort nicht einmal Luft holen.

I’d take you any day, Ararat.

And I wouldn’t swap you for whatever is on offer.

You are mine.

C.Charlieandmasislonging

Born in June

Ich wollt‘ nur mal leise winken und flüstern:

Ich bin noch da.

Ich habe mir diesen Blog angeschafft, weil ich einen Roman schreiben wollte.

Meinen Roman.

Weil ich so viel Angst vor der eigenen Courage hatte und nicht allein sein wollte mit solchem größenwahnsinnigen Unterfangen: Einen Roman schreiben. Meinen.

Zweifel daran, dass ich das Zeug dazu habe, hätte ich auch in einem guten Jahr gehabt. Aber das, was folgte, war unser schwerstes. Eins, in dem man alles mögliche, aber nicht noch einen Roman, den keiner bestellt hat, brauchen kann.

Mein Roman hat aber nicht losgelassen. Meine Zweifel auch nicht:

Ich kann das nicht, denn ich hab‘s ja bis jetzt nicht gekonnt.

Ich kann das nicht, weil ich gar keine Zeit habe.

Ich kann das nicht, weil ich mir solchen teuren Roman nicht leisten kann.

Ich kann das nicht, weil ich auf dem Zahnfleisch geh, mir den Magen verdorben hab und schon das Nötigste kaum auf die Reihe bring‘.

Ich kann das nicht, weil ich eine Nummer zu klein bin für meinen Traum und jetzt irgendwann mal zu alt, um mich noch immer wie an einem Fahnenmast dran hochzukurbeln.

Jetzt ist unser schwerstes Jahr vorbei. Und ich möcht‘ gern bekanntgeben, ganz leise, ganz dankbar, ganz demütig, ganz stolz, ganz platt vor Glück:

Ich hab einen Roman geschrieben. Zur Welt gekommen am 3. Juni 2015. Er heißt Ararat.

Allein hätt‘ ich aufgegeben. Aber ich war ja nicht allein. Denen, die mir geholfen haben, mir meinen Traum zu erfüllen, die meinen Roman bis zum Ende begleitet, mir Mut zugesprochen, mit mir geflucht, geheult, geredet, herumgerätselt, phantasiert, verworfen und ganz viel gelacht haben, möcht ich sagen: Ihr habt bei mir was gut. Viel. Und das bleibt offen, bis es eingelöst ist. Wenn wir uns revanchieren können, Ararat und ich, wären wir noch glücklicher, als wir’s sowieso schon sind. Das ist ernst gemeint. Ob ihr ein Bett in London braucht, einen Romancoach oder was wir sonst aufbringen können – wir würden uns geehrt fühlen.

Ihr wart sehr großzügig, mit eurer Zeit, eurer Kraft, euren Gedanken, eurem Humor und eurem Wissen. Und wir haben ohne Ende davon profitiert.

Tausend Dank.

Charlie und Ararat

Abgesang

Jetzt ist er weg.

Ausgezogen aus meinem Haus, in das er sich freundlicherweise hat mitschleifen lassen, damit’s mir nach dem Umzug nicht so elend geht. Er war überhaupt immer freundlich. Das ist seine Natur. Still, sehr ordentlich, vollkommen pflegeleicht. Er war mit Langmut gesegnet und hatte ein Herz für alte Tanten – ganz im Gegensatz zu seiner Frau, der das auf die Nerven ging, dass ich immer und überall dabei sein, grinsen und meine Fotos schießen wollte. Mehr als einmal habe ich ihn den Arm um sie legen sehen und gehört, wie er ihr zuflüsterte: „Jetzt lass sie doch. Sie meint es doch nett.“

Ich hab’s nett gemeint. Das hat er mir immer geglaubt, auch wenn dies und das peinlich danebenging. Er konnte nicht lachen. Aber zum Ausgleich hatte er Humor.

Jetzt ist er weg.

Ausgezogen aus meinem Haus, und seine Gang, die ich dringend noch benötigt hätte, hat er mitgenommen. Ich hab ihn verraten, und das fand er nicht nett gemeint. Er hat immer alles allein gemacht, er hat mich nicht gebraucht, nur ich ihn, und das eine Mal, wo es umgekehrt gewesen wäre, habe ich ihn im Regen stehen lassen. Meinen Primo uomo. Meine schöne Frostbeule. How could I?

Als er auf mich angewiesen war, weil er sich ja nun einmal nicht in ihm unzugänglichen Dimensionen verteidigen kann, bin ich eingebrochen wie ein Zahnstocher. Und dass ich nicht vorbereitet war, ist die allerschlechteste Entschuldigung.

Auch wenn ich wirklich nicht vorbereitet war. Erwartet hatte ich, dass Leser mir an den Kopf knallen, ich hätte ihn verherrlicht. Dagegen hätte ich uns beide verteidigt. Und gelacht. Ich verherrliche ihn überhaupt nicht, hätte ich gesagt, er ist herrlich, und um mir das zu glauben, bräuchtet ihr ihn nur mal zwei Wochen lang in euer Haus zu nehmen. Könnt ihr aber nicht. Weil ich ihn nicht hergebe. Meiner bleibt hier, macht euch euren eigenen, ich bin sicher, ihr könnt das besser als ich. Ich habe dreißig Jahre dazu gebraucht.

Nein, Schriftsteller sind nicht verrückt und sie denken auch nicht mit den Verdauungsorganen. Schreiben funktioniert nur anders als Versicherungen verkaufen. Wobei ich das nicht wissen kann. Ich kenne keinen, der Versicherungen verkauft. Wenn ich einen kennen und wenn der mir erklären würde, wie das funktioniert, würde ich womöglich behaupten, er und seinesgleichen seien verrückt.

Wie Schreiben funktioniert, ist nicht ganz leicht zwischen Tür und Angel zu erklären, aber eins habe nach dreißig Jahren sogar ich gelernt: Schreiben funktioniert tausendmal besser mit einem Primo uomo, der sich bereit erklärt, für die Dauer der Romanentstehung ins Haus des Schriftstellers einzuziehen, das gesamte Ensemble im Gänsemarsch hineinzudirigieren und es obendrein anzuhalten, nicht allzu viel Lärm zu machen, benutzte Teller in den Abwasch zu stellen und sich vor der Tür die Schuhe abzutreten. Es funktioniert wie von selbst. Ohne Mitarbeit des Magen-Darmtrakts, und ohne dass es aus dem Herzen tropft. Beim Schriftsteller mag man verrückt dazu sagen. Beim Versicherungsvertreter hieße derselbe Vorgang effizient.

Das hat er mir auch beigebracht, nach dreißig oder eher vierzig Jahren Schreiben: “Schriftsteller” zu tippen und mich zu meinen. Im letzten Abschnitt hatte ich schon wieder Schreibsler getippt und danach Romanproduzent. Habe ich mir verboten. Ich wollt‘ ihn nicht noch einmal verraten. Dich hab ich mit meinem blöden Gestammel vertrieben, mein Schöner, aber deine Geschenke behalt ich. Solange ich kann.

Der Kunde ist König. Aber weißt du, was ich hätte machen sollen, mein verlorener Lieblingsuntermieter? Dich einmal nehmen, obwohl du dich so ungern anfassen lässt, ans Fenster zerren und in die Gegend schreien: Hat sich was. Der Primo uomo dieses Haushalts und sein Schriftsteller rufen jetzt endlich mal die Republik aus.

Er hört mich nicht mehr. Er ist weg, und ich muss unsere Geschichte allein zu Ende schreiben. Ohne mich am Schlüsselloch zu ergötzen, wenn er sich die Zähne putzt, ohne verzückt über die Faltkanten seiner Zeitung zu seufzen und ohne Fotos zu schießen, während er im Garten Croquet spielt. Das wird schon gehen. Er war ja lange genug hier, und er ist unvergesslich. Es wird nur nicht mehr so zauberhaft sein, sich nicht mehr wie Flirten anfühlen. Mehr wie Arbeiten, fürcht‘ ich. Aber wenn ich nicht weiß, wie’s weitergeht, kann ich ja meinen Versicherungsvertreter fragen.

Mein Primo uomo ist weg.

Er hat mir nicht einmal Auf Wiedersehen gesagt.

Das hätte ich an seiner Stelle auch nicht getan.

.Scratch in time