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Wenlock

Da ich im Moment nach einem Facebook-Rausch einen Facebook-Kater habe, krauche ich reumütig in meine Höhle zurück und hoffe, hier will mich noch einer. Ein bisschen zeige ich mir selbst die kalte Schulter und ätze „hab ich dir doch gleich gesagt“, aber damit kann ich leben. Ich kenn mich ja. So heiß, wie ich koche, ess ich gar nichts. Ganz richtig zum Freuen ist mir nicht, dazu ist zu sehr Zweitausendundvierzehn und ich bin zu erschöpft. Außerdem mache ich gerade höchst eigenartige Erfahrungen, für die ich Kollegen – ich geb’s wenigstens freiwillig zu – mal unter gefurchten Brauen beäugt habe. Sodass mich die Tatsache, dass ich derzeit nicht so richtig weiß, was ich für die zwei Geschichten, die sich mir ins Herz gefressen haben (ja, ja, ich weiß …), noch tun kann, gelinde in Richtung Wahnsinn treibt. Mir fehlt mein Berg. Dass ich nicht weiß, wie er im Sommer aussieht, ist so falsch.

Aber unerwähnt bleiben soll das hier auf gar keinen Fall, denn es reißt uns an den Schultern hoch und wirft uns wieder in die Laufbahn, und es ist Menschen zu verdanken, die uns ihre Zeit, ihr Geld, ihre Aufmerksamkeit schenken. DANKE! „Als wir unsterblich waren“ und ich (und Wenlock) stehen auf Platz 22 der Bestsellerliste und weinen darüber auch in dieser Woche. Weil das schön ist, einen Erfolg erleben zu dürfen, ohne ein Sieger sein und wie einer gehen zu müssen. 

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Tennisstar

Wäre ich jetzt gern.

Wenlock

Dann wüsste ich nämlich, was ich zu tun hätte:

Ich würde vor ein Mikrofon stolpern und tränenüberströmt sowie mit hampelndem Kehlkopf diese allseits bekannte Dankesrede halten: „Ich danke meiner Mutti (tu ich), meinem Papi (tu ich), meinem Trainer (hab ich nicht) und meinem Onkel Hansi, der immer den schönen Tee gekocht hat (hab ich nicht, stattdessen macht mein Mann armenischen Kaffee: danke).

Leider war’s mit meinem Tennis nie weit her, und mit einer Marathonzeit von 4,41 werde ich wohl auch eher nicht vor so ein Mikrofon geschubst werden. Deshalb weiß ich jetzt nicht, was einer wie ich macht, wenn ihm etwas passiert, was er unter „hundertprozentig unmöglich“ verbucht und nicht weiter bedacht hatte.

Besser als Lottogewinn, unglaublicher als Sonne in 2014, und verrückter als dreimal im Jahr nach Yerevan fahren. Konkurrenzlos der größte Die-können-doch-nicht-mich-meinen-Augenblick in meinem Leben.

Wie’s aussieht, meinen die aber mich.

Und ich glaub, nicht mal als Tennisstar hätt‘ ich genügend Luft im Brustkorb, um diese Dankesrede zu halten.

Also denk ich die nur, und hoffe, die die’s angeht, hören’s.

Vielen Dank.

8. Mai 2014. Platz 44.

Ich weiß nicht wie und warum, aber ich hab einen Bestseller geschrieben.