Tennisstar

Wäre ich jetzt gern.

Wenlock

Dann wüsste ich nämlich, was ich zu tun hätte:

Ich würde vor ein Mikrofon stolpern und tränenüberströmt sowie mit hampelndem Kehlkopf diese allseits bekannte Dankesrede halten: „Ich danke meiner Mutti (tu ich), meinem Papi (tu ich), meinem Trainer (hab ich nicht) und meinem Onkel Hansi, der immer den schönen Tee gekocht hat (hab ich nicht, stattdessen macht mein Mann armenischen Kaffee: danke).

Leider war’s mit meinem Tennis nie weit her, und mit einer Marathonzeit von 4,41 werde ich wohl auch eher nicht vor so ein Mikrofon geschubst werden. Deshalb weiß ich jetzt nicht, was einer wie ich macht, wenn ihm etwas passiert, was er unter „hundertprozentig unmöglich“ verbucht und nicht weiter bedacht hatte.

Besser als Lottogewinn, unglaublicher als Sonne in 2014, und verrückter als dreimal im Jahr nach Yerevan fahren. Konkurrenzlos der größte Die-können-doch-nicht-mich-meinen-Augenblick in meinem Leben.

Wie’s aussieht, meinen die aber mich.

Und ich glaub, nicht mal als Tennisstar hätt‘ ich genügend Luft im Brustkorb, um diese Dankesrede zu halten.

Also denk ich die nur, und hoffe, die die’s angeht, hören’s.

Vielen Dank.

8. Mai 2014. Platz 44.

Ich weiß nicht wie und warum, aber ich hab einen Bestseller geschrieben.

Leserunden “Als wir unsterblich waren”

Wie angekündigt möchte ich hier gern regelmäßig auf meine Leserunden aufmerksam machen – immer mit dem Zusatz, dass ich mich über Teilnehmer sehr freue. Da ich im Ausland wohne, bin ich für Lesungen zu teuer und dafür nicht bekannt genug. Somit sind Leserunden mein einziger direkter Kontakt zu denen, um die sich diese ganze Chose dreht – den netten Leuten, die ihre Zeit, ihre Gedanken und ihr Geld investieren, um meine Bücher zu lesen.

Durch diesen Kontakt wird das, was ich mir in meinem Kopfgewurstel so zurechtgedacht habe, lebendig, wirklich, anfassbar. Meine aufs Papier genagelte Geschichte bekommt eine neue Dimension. Das ist unschätzbar für mich. Und ohne zu hören, was Leser zum fertigen Buch sagen, kann ich nicht beurteilen, was von dem, was ich wollte, gelungen ist, und was in die Hose ging. Bei keinem Roman bisher war mir das so wichtig wie bei diesem, denn „Als wir unsterblich waren“ ist – amüsanterweise wird mir Schlaftüte das erst jetzt klar – das erste von den Büchern, die mich thematisch da hintreiben, wo ich hingehöre. Ob man das im Unterhaltungsroman nun darf oder nicht, es ist ja jeder für irgendein Thema mehr als für andere geboren, und dieses ist meins. Das fühlt sich so gut an wie lange nichts mehr, das mit Schreiben zu tun hat. So sehr „auf dem Weg“.

Dass ich jetzt zuschauen darf, wie „Als wir unsterblich waren“ bei den Lesern ankommt, wird mir jedes Mal helfen, wenn ich meinem „Ararat“ die Hände ins Nackenfell grabe und nicht ganz sicher bin, wo ich ihn anzupacken habe. Es wird mir mehr Sicherheit bei allen Was-geht-und-was-geht-nicht-Entscheidungen geben. Und es wird mir Mut machen. Bücher, über die niemand redet, sind tot, und mit solchen Buchleichen unter dem Schreibtisch schreibt es sich unschön weiter. Bücher, über die Leute reden, sind hingegen die reinsten Claqueure. Die sitzen hinter mir und feuern mich an.

Die erste Runde ist auf www.buechereule.de bereits gestartet, und die Diskussion, die dort anläuft, freut mich sehr, weil sie zeigt, dass Themen und Epoche des Romans nicht nur unproblematisch sind, sondern auf Interesse stoßen. Das ist sehr schön, regt an, baut auf. Weitere Runden starten demnächst auf www.buchcouch-forum.de und auf www.lovelybooks.de, wo derzeit die Bewerbungsphase läuft. Bei allen, die bereits dabei sind, bedanken wir uns herzlich, das Buch und ich.

Und als der Herrgott Mai gemacht

Damit, dass der hier mein Lieblingsmonat ist, gewinne ich zweifellos keinen Preis für Originalität.

Er ist es aber trotzdem. Und ich wünsch‘ Euch allen einen, der sich nicht vergessen lässt.

Ab und an gab es ja durchaus Jahre, in denen es mich am ersten Mai regelrecht verblüfft hat, dass wir den doch wieder erreicht hatten. Dieses ist eines davon. Ein bisschen kreuzbrecherisch. Ein bisschen schwerleibig auf dem Selbstwertgefühl. Ein bisschen magenunverträglich, schädelknetend und herzauswringend. Aber angekommen sind wir – danke, Jenny, Adnan, Yerevan! – trotzdem. Und zwar richtig. Die Arbeit, die mir gerade beigebracht hat, dass man seine Arbeit nicht nur leicht nervig finden, sondern regelrecht hassen (und vor allem: sinnlos finden!) kann, ist vom Tisch, auch wenn ich’s noch lange nicht glauben kann und noch immer bei jedem freundlichen Winken in Tränen ausbreche. Ich glaube, ich habe gelernt, dass man sich manches auch aus finanzieller Not nicht um den Hals binden sollte. Zumindest nicht, wenn man nicht plötzlich mit dem Knoten auf der Kehle aufwachen will. Und sich dabei als Verräter fühlen.

Für den Rest des Jahres dürfte es – mit ein bisschen Courage – nur noch Arbeit geben, die ich selbst ausgesucht und für sinnvoll und zu mir passend erachtet habe. Und am Wochenende trage ich meinen Ararat ins Museum und flüstere ihm flirtend in die Ohren, dass ich bald wiederkomme, dass ich mich nur noch ein bisschen von dem Gefühl, statt einer Schädelfüllung einen Hohlraum auf den Schultern zu schleppen, erholen muss.

Das ist alles ein Grund zum Feiern (was wir heute wie jedes Jahr auch tun werden), und das hier ist auch einer und gehört in dieselbe Kategorie:

Image

Sehr passend zum ersten Mai: Mein neues Buch unter neuem Namen, eins, das das Glück hatte, von Anfang bis Ende mit echter verlegerischer Passion betreut worden zu sein und das deshalb – finde ich – so richtig chic in seiner Startbox aussieht. Dabei hieß es zu dem Thema anfangs aus der Fachwelt, sowas verkaufe sich in etwa so reißend wie ein Pott Kohlrübensuppe. Aber manchen Büchern und ihren Autoren gibt’s der Herr eben im Schlaf. Ich bedanke mich!

 

Mehr sag‘ ich jetzt nicht dazu, sondern hoffe, dass ihr etwas sagt. Falls jemand es liest und uns einen Kommentar hinterlässt, freuen wir uns sehr.

 

Euch allen – falls ihr den nicht schon hinter euch habt – einen Tanz in den Mai.

 

Charlie, Carmen und Lotti

 

 

 

Buch-Verschenktag

Vor dem Blogschreiben habe ich mich gefürchtet. Nicht so sehr wie vor Twitter und Facebook, vor denen ich mich noch immer mit den wildesten Ausreden drücke, aber doch erheblich. Ich habe meine Parole – „Ich tue das nur für Hatti und Ararat“ – als Banner vor mir hergeschleppt und kam mir vor wie ein Held. Jetzt stelle ich höchst amüsiert fest, dass dieser Blog (dieses Blog? Ich weiß es immer noch nicht) zu den (wenigen) Dingen gehört, die ich in Yerevan vermissen werde. Weshalb ich jetzt schon beschlossen habe, von der in Stein gehauenen Regel ‚No Internet in Holy Week‘ abzuweichen und zumindest einen Wir-sind-wieder-da-Gruß zu platzieren. Das hier ist ja eigentlich gar kein Blog, oder? Es ist Ararats Progress Report.

Ararat geht’s trotz widrigster Umstände blendend, und da ich ihn in den Wochen, die noch ein bisschen widriger waren als diese, vielleicht aufgrund mangelnder Kraft in den Händen nicht mehr hätte festhalten können, möchte‘ ich mich gern bedanken. Günstig trifft sich, dass meine Freundin und Administratorin mir erzählt hat, zum Welttag des Buches würden Blogger  Bücher verschenken. Das möcht‘ ich auch machen! Lieber würde ich eine Kiste wundervoller Bücher kaufen, aber da ich auch weiterhin vergesse, mir einen Lottoschein zu besorgen, muss es leider billiger gehen, weshalb mir nur meine eigenen bleiben (was ein bisschen peinlich ist).  So here we go:

Am 2. Mai, sehr passend am Morgen nach dem Tag der Arbeit, erscheint mein neuer Roman „Als wir unsterblich waren“ unter meinem Pseudonym Charlotte Roth. Des Weiteren hat mich eine freundliche Leserin darauf aufmerksam gemacht (ich Tütli bekomme sowas ja immer nicht mit), dass im Mai außerdem die Taschenbuchausgabe meines historischen Romans „Kains Erben“ erscheint. Also habe ich zwei brandneue, druckfrische, und möchte gern je zwei davon verschenken (Nur Print! Um ebooks zu verschicken, bin ich leider zu doof, aber bis Ararat kommt, hab ich das gelernt, versprochen). Und da der ganze Aufriss hier eigentlich einem Buch (bzw. anderthalb Büchern) von der Carmen gilt, verdonnere ich die, auch noch eins rauszurücken, „Im Tal der träumenden Götter“, das andere hat sie nicht mehr.  Bedingungen gibt’s keine. Wenn jemand eins davon haben möchte, hinterlässt er bitte hier einen Comment oder schreibt mir eine Mail (charlie@charlotte-lyne.com) und lässt mich wissen, welches er gern hätte.  Nur eine Bitte hätte ich: Bücher möchten gelesen werden, deshalb bitte nur melden, wenn ihr Lust und Zeit habt, das Buch zu lesen, nicht, es unter irgendwelche ominösen Stapel zu schieben. Wenn ihr’s eurer Oma, eurem Schwippschwager, eurem Friseur schenken wollt, der’s gern lesen würde, ist das natürlich genauso gut.

Sollte es mehr Interessenten als Bücher geben (hach …), lasse ich meinen Sohn auslosen und gebe am Welttag des Buches die Sieger bekannt. Dann bitte beachten:  Bis die Bücher kommen, dauert’s noch ein bisschen, denn sie erscheinen ja erst im Mai und müssen dann zweimal mit Royal Mail (keine gute Nachricht …) hin und her. Eine Widmung reinschreiben kann ich gern, bin aber (wirklich!) nicht beleidigt, wenn ihr keine möchtet, um das Buch hinterher weiterzureichen.

Nur Lesen wäre schön. Darüber würden wir uns freuen.

Charlie&Carmen, Hatti & Ararat