Zeitmanagement, die Zweite

Zeit ist Geld. Wer kein Geld hat und ständig vergisst, sich Lottoscheine zu kaufen, hat folglich keine Zeit, einen Roman zu schreiben. Er muss stattdessen seine Arbeit tun.

Ich kann nicht schlafen, weil ich kein Geld habe, um mir Zeit zu kaufen und meinen Roman zu schreiben. Schon seit Wochen nicht. Oder sind es inzwischen nicht längst Monate? Weil ich nicht schlafen kann, geht meine Arbeit immer schleppender voran, was dazu führt, dass der Zeit-und-Geld-Bestand anfängt, unter die Nulllinie zu rutschen. Dementsprechend geht’s mir. Ich möchte ständig irgendwas aus dem Fenster schmeißen. Wenn ich schmeiße, muss ich’s ersetzen, was sich wiederum negativ auf den Geld-und-damit-Zeit-Bestand auswirkt, und so dreht sich das Ganze nicht nur im Kreis, sondern in einer Art Würgespirale, die mir allmählich an die Nieren geht (an den Magen, um genau zu sein. But so what).

So geht’s nicht weiter. Jedenfalls nicht lange und schon gar nicht gut. Ich hab kein Geld, keine Zeit und keinen Lottoschein, aber ich hab einen Primo uomo mit Kleptomanie. Den mach ich jetzt nach. Wenn ich Zeit nicht kaufen kann, muss ich anfangen, nicht da und dort kleckerweise, sondern mit System zu stehlen. Somit habe ich beschlossen, für den Anfang an jeden Museumstag eine gestohlene Stunde anzuhängen. Nur für uns, für Ararat und mich. Und da ich in dieser Woche drei Museumstage habe, sind das drei komplette Stunden – mussten wir als verliebte Teenager, als wir nach der Schule noch die Welt zu retten und sonntags auf Tante Friedas Geburtstag aufzulaufen hatten, nicht mit weniger auskommen?

Drei Stunden, auf die ich mich freuen kann, das sollte eigentlich genügen, um den Kopf über Wasser zu halten. Und dass ich mehr Zeit unmöglich stehlen kann, ohne mich zu erwischen (was man tunlichst vermeiden sollte, solange einem das Stehlen noch am Gewissen kratzt, sagt mein schöner Kleptomane), habe ich zudem eine Ausrede, die Einrichtung einer Facebook-Seite noch ein bisschen zu verschieben. Da habe ich mich in der schlaflosen Nacht nämlich todesmutig umsehen wollen, bin aber in Panik unter die Decken geflüchtet. Ararat, ich verspreche dir, sogar das tu‘ ich eines Tages für dich. Erst einmal muss ich mir aber glauben, dass das, was uns nicht umbringt, uns wirklich nur härter macht.

16 thoughts on “Zeitmanagement, die Zweite

  1. UNSER HENRY???
    Twitter finde ich, glaube ich, noch ein bisschen gruseliger als Facebook, aber ich habe ja mal behauptet, ich ginge sogar in Fahrstuehle, wenn da Henry drin steckt.
    Kann man sich nicht von einem weichherzigen Menschen solchen Twitter Account borgen?
    Die koennen doch twitterphobische Menschen nicht von ihrem Henry fernhalten! Soll ich mal meine Freunde von HRP sehr schleimig fragen, ob die mich trotzdem reinlassen? Da faellt mir ein, ich bin ja heut’ Abend im Museum! Da hat sicher einer einen Twitter-Account und Verstaendnis fuer DHLs (deprived Henry lovers)

    Mach Dir einen schoenen Tag und lass Dich nicht aergern. “We’ll always have Henry …”

    • Ach, mich findest Du dutzendfach im Ramschregal. Schick mir einfach Deine Fragen, aber denk dran, nur 140 Zeichen, ehrerbietige Anreden müssen wir uns diesmal sparen.

  2. Das hab ich jetzt nicht gelesen mit dem Ramschregal, oder?
    Mann Mann, wat is’n mit uns los?

    Wir formulieren zusammen ne Frage okay? So how about this one: Most beloved Majesty – when will you finally come to our rescue?

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