Berg in Sichtweite

Auch wenn ich mit der Fotocover-Schlagseite weiterhin durch die Landschaft torkele und seither weder gewagt habe, Hattuša anzufassen noch die Ararat-Kladde aufzuschlagen (was zwar nicht dem Selbstbewusstsein, wohl aber dem Arbeits-Output regelrecht erschreckend aufhilft), fühlt es sich gerade an, als ginge es erstmalig einen Schritt in die angestrebte Richtung – auf den Berg zu, nicht vom Berg weg. (Wenn ich ans Bergsteigen denke, würgt’s mich schon wieder, weil mir auf den Kopf fällt, dass mein Mont-Ventoux-Buch ein Trivialroman-Fotocover bekommt, aber was uns nicht umbringt, macht uns schwabbeliger.) Zwar habe ich in vier Tagen keinen Handschlag getan, um diesem  Roman, der Ararat heißen soll, in die Realität (?) zu verhelfen, aber dafür habe ich einen Termin, um über seine Rechte zu sprechen. Es ist der 27. März. Ein bisschen später als erwartet, aber noch vor Yerevan. Das scheint nahezu ideal. Fast gleichzeitig traf die endgültige – und sehr freundliche – Freigabe für meinen Roman Twelfthnight ein, der mithin nach erfolgter Rechterückgabe ganz und gar und ziemlich atemberaubend mir gehören wird. Mir. A und ich haben schon recht erfreulich daran gearbeitet, das Cover ist so gut wie standfest, der Klappentext auch, über den Textkörper will ich noch ein- oder auch mehrmals drüber (das ist auch eine betörende Aussicht – über einen Textkörper so lange drüber zu dürfen, bis er blank ist, nicht bis eine Klappe zufällt). Es fühlt sich jetzt sehr schön und richtig an, dass Twelfthnight, den ich sechs Jahre lang am liebsten mochte, Ararat die Vorhut für das Abenteuer Selfpublishing macht. Die zwei (von denen nur der eine existiert, but so what?) passen auf ihre eigene Weise zusammen, die geben ein Gespann. Carmen, wenn ich Dir die Hälfte von meiner Twelfthnight schenke, schenkst Du mir die Hälfte von Deinen Hattuša-Figuren für unseren Ararat?

Und dann hätt‘ ich noch gern, dass auf meinen Romanen Twelfthnight und Ararat (wie das klingt – das macht am frühen Morgen ein bisschen besoffen) nicht Kindle Direct Publishing steht (steht das auf Kindle Direct Publishing Büchern überhaupt?), sondern Ararat Publishing.

Wow.

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich zum ersten Mal gewusst, dass ich nicht nur davon träume und bis Trainingskilometer Fünfunddreißig komme, sondern im Jahr 2013 einen Marathon laufen werde. Heute glaube ich zum ersten Mal, zu wissen, dass ich im Jahr 2014 ein Buch machen werde. Mein Buch.

Und wenn es nicht kitschfrei ist, liegt das daran, dass ich nicht kitschfrei bin, denn Tickets für die Albert Hall habe ich – nach wochenlangem Widerstehen – nun doch gekauft, und morgen weine ich wieder einmal dreieinhalb Stunden lang in La Boheme. Und vielleicht frage ich A dann, ob wir nicht obendrein einen Verlag gründen sollten. Wir sind Großeltern. Wir sind noch jung. Wir heulen noch in La Boheme, wir sind verliebt in eine neue Stadt (die letzte Stadt, in die wir uns so sehr verliebt haben, war Torino), wir machen unser erstes Buch. Noi che abbiamo un po paura ma la paura se ne va …

Um uns klebt ein Fotokitschcover und es regnet weiter, aber manchmal gehört uns die Welt.

One thought on “Berg in Sichtweite

  1. Bei deiner Begeisterung für Ararat kann es nur grandios werden
    … so viel Herzblut und Liebe kommen durch die Seiten beim Leser an

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