Carli

Einen Namen braucht er. Einen Namen hatten alle Geschichten, die ich unbedingt schreiben wollte, also muss diese auch einen bekommen. Damit ich daran glaube, dass sie eine Geschichte wird.

Eigentlich kann ich mir das nämlich nicht mehr leisten, eine Geschichte zu schreiben, deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass ich sie unbedingt schreiben will. Wenn ich aber ehrlich bin, konnte ich das damals, als ich Ararat schrieb, auch nicht. Und irgendwie ist Ararat trotzdem fertig geworden.

Wenn ich an keine Geschichte, die ich selbst will, mehr glauben kann, dann halte ich auf dem Buchmarkt als Geschichtenerzählerin nicht mehr viel länger durch. Weil in meinem Kopf tagtäglich ein ‚Warum‘ hämmert, das sich immer schwerer beantworten lässt. Kunden und Kundinnen, Kollegen und Kolleginnen geht es ähnlich. Viele hören auf. Und ich will das noch nicht. 

Also geb‘ ich meinem Warum jetzt eine Antwort.

Und einen Namen:

Carli.

Diesen Blog begonnen habe ich damals, weil ich ‚Ararat‘ schreiben wollte. Viele von euch haben mich begleitet, und eines Tages war Ararat ein Roman.

Wenn ich jetzt wieder mit dem Blogschreiben beginne, klappt das dann vielleicht noch einmal, trotz allem, was inzwischen anders ist?

Ja, ich will das. Ich will, dass es immer noch Geschichten geben kann, die ganz und gar meine sind. Die mich aufregen, mich nachts aus dem Bett treiben, meinen ganzen Kopf in eine Party verwandeln, die das ‚Warum‘ zum Schweigen bringt. 

Diese ist die erste.

Liebe Leute, bitte sagt ‚herzlich willkommen‘ zu Carli.